Geschichte

Bratteide – Die Geschichte einer lebendigen Handels- und Küstengemeinde auf Flatråker

Die Geschichte von Bratteide und Flatråker ist eng mit den Menschen verbunden, die Handel, Kommunikation und Arbeitsplätze entlang der Küste schufen. Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Karin Oline („Lina“) und Jakob Olai Fagerbakk, die den Grundstein für eine kleine, aber lebendige Handelsgemeinschaft auf Tysnes legten.

Foto der Eurasischen Feldlerche für Kinder

Die Anfangsjahre – ein Handelshaus nimmt Gestalt an

Das Handelshaus in Flatråker wurde bereits 1904 erbaut, als Tobias Tobiassen das Haus in Ølversvika am Nordufer des Flusses Flatråkerelva errichtete und dort ein Geschäft eröffnete. Um 1909 wurde das gesamte Gebäude an seinen heutigen Standort verlegt. Im darauffolgenden Jahr wurde dort auch erstmals die Poststelle eröffnet.


Die Familie Fagerbakk übernimmt

Jakob Olai war Kapitän zur See, bevor er sich als Kaufmann niederließ. 1912 kaufte er von Tobiassen den Bauernhof in Bratteide und den Handelsposten in Flatråker. Dort betrieb er einen Laden, ein Postamt, eine Telefonstation und einen Dampfschiffbetrieb – und übernahm bald weitere Aufgaben, die das Dorf benötigte.


Lina leitete den Gemischtwarenladen zusammen mit einigen anderen Angestellten. Es war ein Laden der guten alten Zeit: Hier bekam man alles von Kleidung und Anzügen bis hin zu Farbe und Lebensmitteln.


Bäckerei, Hering und Arbeit für viele

Bereits 1913 gründete Jakob Olai in Flatråker eine Bäckerei, in der Aksel Sundal bis zum Zweiten Weltkrieg als Bäcker tätig war. 1916 errichtete er eine Salzerei, und die Heringsfischerei entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. In der Blütezeit wurden jährlich bis zu 5.000 Fässer Hering gesalzen, was vielen Dorfbewohnern Arbeit bot.


Telefon-, Geschäftsgebäude und Neubauten

1919 erhielt Flatråker seine erste Telefonzentrale, die Jakob Olai teilweise selbst finanzierte. Im selben Jahr erweiterte und modernisierte er das Haus, wie es heute noch steht. Kurz darauf errichtete er außerdem ein Betriebshaus für seine Angestellten, die mit dem Haushalt, dem Sägewerk und anderen Betrieben der Zwischenkriegszeit verbunden waren. Das Haus wurde als „Tausehuset“ oder „Vaskehuset“ bekannt.


Im Jahr 1921 begann er mit der Fassproduktion in einer alten Werft, und 1924 wurde eine richtige Kaianlage gebaut.


Generationenwechsel

1940 übernahm sein Sohn Halstein Fagerbakk den Handel und die Schifffahrt von seiner Mutter Lina. Seine Schwestern Jenny Karoline Fagerbakk und Elisabeth Fagerbakk übernahmen Post und Telefon.


1977 übernahm Halsteins Sohn, Øyvind Fagerbakk, den Betrieb. Er schloss das Geschäft 1984. Schließlich übernahm sein Bruder, Steinar Fagerbakk, das Geschäft, während Flatråker Handel AS und Berit Skår Lid den Betrieb des Ladens übernahmen.

Als die Fähre 1994 den Betrieb in Flatråker einstellte, ging der Großteil der Kundschaft verloren. Der Laden konnte nicht mehr weitergeführt werden und wurde noch im selben Jahr geschlossen.


Fähranleger Flatråker – seit fast 30 Jahren provisorisch

Flatråker war lange Zeit ein wichtiger Knotenpunkt für den Bootsverkehr. Das Dampfschiff „Haavik“ verkehrte auf der ländlichen Route zwischen Tysnes und Stord und benötigte für die Hin- und Rückfahrt über Børtveit, Nordhuglo, Sør-Huglo, Agdestein und Leirvik drei Stunden.

1965 wurde der Fährverkehr zwischen Jektevik in Stord und Flatråker mit der MF „Rosendal“ als erster Fähre auf dieser Route aufgenommen. Der Anleger in Flatråker war als Übergangslösung gedacht, blieb aber fast 30 Jahre lang bestehen, bis 1994 schließlich der Fähranleger in Hodnanes eröffnet wurde. Im selben Jahr wurde der Fähranleger in Flatråker geschlossen.

Die stillgelegte Fährluke steht nun leer und ungenutzt da. 1996 kaufte Steinar Fagerbakk das Grundstück und errichtete noch im selben Jahr ein Bootshaus darauf.


Geschlossener Fähranleger – Eine neue Ära beginnt in Flatråker

Nach der Schließung des Geschäfts wurde das Anwesen 1995 an Leif Oddvar und Hild Sundal verkauft. Das Paar nahm umfangreiche Veränderungen im Inneren vor und wandelte das Haus in Ferienwohnungen um, die sich großer Beliebtheit erfreuten, insbesondere bei deutschen Angeltouristen.



Nach der Renovierung wird es reges Treiben geben und viele deutsche Gäste, sowohl Stammgäste als auch neue, werden Flatråker in den nächsten 20 Jahren besuchen.


Niedergang, neue Besitzer und neuer Mut

Leif Oddvar stirbt nach längerer Krankheit, und die Gebäude stehen mehrere Jahre leer und ungenutzt. Die Instandhaltung ist mangelhaft, und der Verfall schreitet im rauen Westwetter schnell voran.


Flatråker wird im Herbst 2024 zum Verkauf angeboten. Wir besichtigen das Anwesen und verlieben uns sofort. Im Winter 2025 entscheiden wir uns schließlich zum Kauf und nennen es nun Flatråker Brygge. Jetzt beginnen die Arbeiten zum Wiederaufbau, und wir freuen uns darauf, bald wieder Gäste aus dem In- und Ausland im wunderschönen Tysnes und auf Flatråker begrüßen zu dürfen.


Quellen: Tysnes Sogelag und https://www.akkuratd.com/